GABA: Wenn die innere Bremse zu schwach oder zu stark wirkt

Warum unser Nervensystem nicht einfach nur mehr Ruhe, sondern die richtige Balance braucht.

Es gibt Tage, an denen in uns alles gleichzeitig zu sprechen scheint: Die Gedanken stehen nicht still, Geräusche wirken lauter als sonst und der Körper steht trotz Müdigkeit unter Strom. Selbst im ruhigen Raum bleibt ein Teil von uns wachsam.

Und es gibt die andere Seite: Momente, in denen wir uns wie gedämpft fühlen – schwerer Kopf, langsames Denken, unsichere Orientierung. Wir sind zwar ruhiger, aber nicht wirklich bei uns.

Was ist GABA?

GABA (Gamma-Aminobuttersäure) ist im erwachsenen Gehirn der wichtigste hemmende Neurotransmitter. Das bedeutet: GABA begrenzt die Aktivität von Nervenzellen, erschwert die Weiterleitung elektrischer Impulse und schützt das Nervensystem so vor ungebremster Erregung.

GABA funktioniert ähnlich wie die Bremse im Auto: Sie ist nicht gegen das Vorankommen gerichtet, sondern sorgt dafür, dass wir sicher fahren, rechtzeitig langsamer werden und nicht in jeder Kurve die Kontrolle verlieren.

  • Ist die Wirkung zu schwach, droht Übererregung.
  • Ist die Wirkung zu stark, werden Wachheit und Reaktion gedämpft.

Wichtig: Es gibt nicht den einen GABA-Spiegel für das ganze Gehirn. GABA wirkt regional unterschiedlich und ist eingebunden in ein komplexes Zusammenspiel aus Rezeptoren, Enzymen und anregenden Signalen wie Glutamat.

GABA Waage-Illustration zum Nervensystem mit den Bereichen zu wenig Hemmung, In Balance und zu starke Wirkung.
GABA – Die innere Bremse des Nervensystems

1. Wenn die GABA-Hemmung zu schwach ist

Reicht die hemmende Wirkung nicht aus, hält das Gehirn zu viele Türen gleichzeitig offen. Das kann sich anfühlen wie:

  • Innere Unruhe und ständige Alarmbereitschaft
  • Kreisende Gedanken und Einschlafprobleme
  • Erhöhte Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit und niedrige Stresstoleranz
  • Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Menschen
  • Muskelanspannung, Zittern oder Angstgefühle

Bei welchen Diagnosen wird eine verminderte GABA-Funktion diskutiert?

  • Angst- und Panikstörungen: Einzelne Studien fanden regional niedrigere GABA-Konzentrationen (z. B. im visuellen Kortex).
  • ADHS und ADS: Studien brachten teils niedrigere GABA-Werte im Frontalhirn mit Impulsivität in Verbindung, zeigen aber insgesamt kein einheitliches Bild.
  • Depression: Meta-Analysen zeigen vergleichsweise deutliche Hinweise auf niedrigere Hirn-GABA-Werte bei akut depressiven Menschen.
  • PTBS & Traumafolgen: Beobachtet wurden veränderte GABA-Glutamat-Balancen, die u. a. mit Schlafproblemen zusammenhängen können.
  • Autismus-Spektrum: Studien weisen im Durchschnitt auf veränderte sensomotorische GABA-Werte und sensorische Besonderheiten hin.
  • Schlafstörungen & Epilepsie: Sowohl verminderte als auch als Gegenregulation gedeutete erhöhte Werte sind bekannt. Krampfanfälle gehören immer in neurologische Behandlung.

💡 Die liebevolle Sicht auf ein überaktives Nervensystem: Dein Körper ist nicht dein Gegner. Was heute erschöpfend ist, war vielleicht lange Zeit ein intelligenter Schutzmechanismus. Er braucht nicht den Befehl „Endlich ruhig sein!“, sondern die Erfahrung: Ich bin jetzt sicher. Ich darf meine Wachsamkeit abgeben.

2. Wenn die GABA-Wirkung zu stark ist

Auch eine zu starke Hemmung tut dem System nicht gut. Sie dämpft das Nervensystem regelmässig stark ab, was sich so äussern kann:

  • Ausgeprägte Müdigkeit und Schläfrigkeit
  • Verlangsamtes Denken, Benommenheit („wie in Watte“)
  • Konzentrations- und Erinnerungsschwierigkeiten
  • Muskelschwäche, Gangunsicherheit oder Koordinationsprobleme

Klassischer Auslöser: Substanzen, die GABA-Rezeptoren verstärken (wie Benzodiazepine, Schlafmittel oder Alkohol).

💡 Die liebevolle Sicht auf ein gedämpftes Nervensystem: Ein gedämpfter Zustand ist kein persönliches Versagen. Manchmal zieht ein erschöpftes System nach langer Übererregung selbst die Notbremse. Echte Regulation fühlt sich jedoch nicht nach Hilflosigkeit an – sie lässt uns stiller werden, ohne den Kontakt zu uns selbst zu verlieren.

Illustration einer gesunden Bowl mit Nährstoffen für das Nervensystem, darunter Brokkoli, Spinat, Nüsse, eine Banane und Vollkornbrot.
Nährstoffe für dein Nervensystem – Vielfalt statt Pillen

GABA-Spiegel über die Ernährung unterstützen: Gezielt essen statt blind supplementieren

Der Körper baut GABA im Stoffwechsel aus Glutamat auf – und benötigt dafür unter anderem das Enzym Glutamat-Decarboxylase sowie Vitamin B6 als wichtigen Cofaktor. Das bedeutet: Wir müssen GABA nicht zwingend künstlich von außen zuführen, sondern können unser Nervensystem wunderbar über eine optimierte, nährstoffreiche Ernährung unterstützen.

Eine ausgewogene Ernährung liefert dem Gehirn genau die Bausteine und Co-Faktoren, die es für eine gesunde Neurotransmitter-Balance braucht:

  • Hochwertige Proteine & Aminosäuren: Sie liefern die Grundbausteine für Botenstoffe im Gehirn (u. a. über Glutaminsäure/Glutamat).
  • Vitamin-B6-reiche Lebensmittel: Da Vitamin B6 die Umwandlung von Glutamat in GABA unterstützt, helfen Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Bananen, Spinat oder Geflügel, das System auf natürliche Weise zu nähren.
  • Darm-Hirn-Achse: Ein grosser Teil der Neurotransmitter-Kommunikation hängt direkt von einem gesunden, ausgeglichenen Darm ab. Frische, ballaststoffreiche und unverarbeitete Lebensmittel stärken unser Mikrobiom – und damit auch indirekt unsere innere Balance.

Anstatt einzelne Nährstoffe hochzudosieren (was bei manchen Stoffen wie Vitamin B6 in zu hohen Mengen sogar kontraproduktiv sein kann), sorgt eine klug optimierte Ernährung dafür, dass der Körper im Alltag verlässlich aus dem Vollen schöpfen kann.

Grafik zum Thema GABA im AO Scan mit dem Untertitel Frequenzmuster statt Laborwert, einer gezeichneten Kopf-Ansicht und einer AO-Scan-Ergebnistabelle für Hormone und Botenstoffe.
GABA im AO Scan – Frequenzmuster statt Laborwert

Was kann der AO Scan zeigen – und was nicht?

Im Rahmen einer achtsamen Selbstbeobachtung können wiederkehrende Muster rund um folgende Bereiche interessant sein:

  • Glutamat und Glycin
  • Vitamin B6 (als Cofaktor)
  • Stress-, Cortisol- und Schlafregulation
  • Aminosäureverwertung und Verdauung

Das Ziel ist kein starrer Wert, sondern die Frage: Wann fühle ich mich überreizt, wann gedämpft – und was hat sich an Schlaf, Stress oder Ernährung verändert?

Sanfte Wege zur Regulation des Nervensystems

Wir müssen GABA nicht „jagen“. Oft hilft es dem Nervensystem am meisten, verlässliche Grundbedingungen zu schaffen:

  1. Rhythmus: Ähnliche Schlaf- und Essenszeiten schenken Vorhersehbarkeit.
  2. Ernährung: Eine optimierte, nährstoffreiche Lebensmittelauswahl liefert alle Bausteine für eine ausgeglichene Synthese.
  3. Atmung: Eine angenehm verlängerte Ausatmung signalisiert dem Körper Sicherheit.
  4. Reizpausen: Stille Übergänge und Bildschirmpausen entlasten die Reizfilter.
  5. Sanfte Bewegung: Unterstützt die natürliche Stressregulation.
  6. Hilfe annehmen: Anhaltende Schlafprobleme, Ängste, Panikattacken oder neurologische Symptome gehören immer ärztlich abgeklärt.

Fazit: Dein Körper braucht Beweglichkeit

Dein Nervensystem braucht nicht dauerhaft maximale Anregung und nicht maximale Hemmung. Es braucht Beweglichkeit – die Fähigkeit, auf Herausforderungen zu reagieren und danach sicher in die Ruhe zurückzufinden.

Vielleicht lautet die wichtigste Frage deshalb nicht mehr: „Was stimmt nicht mit mir?“, sondern:

„Was braucht mein Nervensystem, damit es sich wieder sicher regulieren kann?“

Möchtest du deine persönlichen Muster besser verstehen?

Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst, begleite ich dich gerne dabei, deine Stress-, Schlaf- und Regulationsmuster achtsam zu betrachten. Der AO Scan kann dabei ein wertvolles Werkzeug zur Selbstbeobachtung sein – nicht als Diagnose, sondern um deine individuellen Zusammenhänge zu erkennen.

Gemeinsam schauen wir darauf, was sich wiederholt und welche sanften nächsten Schritte für dich stimmig sind. Sprich mich gerne an!

www.soullightascension.de

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und Selbstreflexion und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Dieses Feld ist ein Pflichtfeld

Dieses Feld ist ein Pflichtfeld

Dieses Feld ist ein Pflichtfeld

Bei der Übermittlung Ihrer Nachricht ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

Sicherheitsüberprüfung

Ungültiger Captcha-Code. Versuchen Sie es erneut.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.